Conevi

Konzept einer Mobilitätsapp
Drei Bildschirme der Conevi App
Bachelorprojekt
Zeitbasierte Medien
Hochschule Mainz
Kolloquium am
25. Januar 2022
um 11.45 Uhr
Erstprüferin
Professorin
Anja Stöffler
Zweitprüfer
Professor
David Scherr
Eine natürliche und begrünte Innenstadt.

Warum?

Schon seit meiner Kindheit träume ich von grünen Städten ohne großen Individualverkehr. Nicht zuletzt durch den Klimawandel führt uns kein Weg an der Mobilitätswende vorbei. Aktuell lassen jedoch schnelle Veränderungen auf sich warten und es fehlen konsequente Zeichen aus der Politik.

Daher stellte ich mir in meiner Bachelorarbeit die Frage:
Wie können wir vorhandene öffentliche Verkehrsmittel besser nutzen und diese auch für Menschen ohne optimales Angebot zugänglicher machen?
Fokus der Arbeit lag hierbei auf dem Eingliedern der ländlichen Bevölkerung und einer möglichst generationenübergreifenden Gestaltung.
Zwei Hände tippen auf einem Smartphone.

Recherche

Vor der eigentlichen Konzeptionsphase startete ich Interviews & Umfragen, welche ein wichtiges Mittel im UX-Design darstellen.
Durch diese konnte ich mich in die potenzielle Zielgruppe einfinden, Personas kreieren und Probleme mit aktuellen Mobilitätsanwendungen erkennen.

Einige Nutzer*innen beklagten in zahlreichen bestehenden Apps eine komplizierte Navigationsform. In allen genannten Apps kommt ein sogenanntes Burger-Menü zum Einsatz, welches mehr Interaktionen als eine Tab Bar erfordert. Gerade bei Ticketkontrollen oder kurzfristigen Reiseauskünften erhöhen wenige Klicks jedoch erheblich den Komfort.

Teil der Recherche bildeten zudem Studien zum digitalen Nutzungsverhalten älterer Menschen. Hierbei fiel auf, dass diese oft auf Schwierigkeiten zur Deutung von Icons ohne textliche Erläuterungen stießen.
Zwei Hände tippen auf einem Smartphone.
In einem Wald liegt eine alte vermooste und eingleisige Bahnstrecke.

Konzept

Mittels der vorigen Ergebnisse verfeinerte ich die Idee und entwickelte ein ausgeklügeltes Konzept für eine Mobilitätsapp. Conevi ist dabei jedoch keine herkömmliche Anwendung zur Verbindungsauskunft und Ticketbuchung, sondern verfolgt das Ziel eines täglichen persönlichen Reisebegleiters in der Hosentasche.

Durch das Implementieren unterschiedlichster öffentlicher als auch privater Verkehrsmittel sollen vor allem Menschen ohne zuverlässigen ÖPNV-Anschluss profitieren. Beispielsweise können Routen aus Auto & Zug kombiniert werden. Dies führt neben besseren CO2-Fußabdrücken auch zu effektiveren Routen.
Features zum gemeinsamen Reisen erhöhen den Mehrwert und geben der Anwendung zudem eine soziale Komponente.

Mittels einer freiwilligen Möglichkeit zur Spendenabgabe beim Buchungsprozess kann Conevi künftig die Aufmerksamkeit auf Reaktivierungen von ehemaligen Bahnstrecken oder alternative Maßnahmen zur grünen Mobilitätswende lenken. Kommunen und Gemeinden, welche ein solches Ziel verfolgen, können so entlastet und ein Stück weit unabhängiger von staatlichen Förderungen werden.

User-Flow

Vor der Gestaltungsphase befasste ich mich mit der Informationsarchitektur, dem Aufbau und den internen Verlinkungen der App.
Die App teilt sich in vier Kernbereiche auf, welche mittels einer Tab-Bar angesteuert werden können:
Den ersten Reiter bildet die Verbindungsauskunft, über welche die Reiseplanung und Ticketbuchung durchgeführt werden.
Im Zweiten ist ein Messenger untergebracht, welcher die Kontaktaufnahme mit Freunden im Zug oder die Koordinierung von Fahrgemeinschaften ermöglicht. Gespeicherte Reisepläne oder Tickets können mit lediglich einem Klick in der Tabbar aufgerufen werden. Das Profil bildet den Maschinenraum der App. Hier können wichtige Funktionen ein- oder ausgeschaltet und persönliche Einstellungen getroffen werden.
Ein Diagramm zeigt den User-Flow der Conevi-App.
Die Conevi-Designsprache

Designsprache

Conevi zeichnet sich durch ein angenehmes und weiches Erscheinungsbild aus. Die Gestaltung findet einen perfekten Mittelweg zwischen Minimalismus und Sachlichkeit: Wichtige Informationen und Steuerungselemente werden zur einfacheren Verständlichkeit textlich erläutert und bei Bedarf farblich gekennzeichnet.
Die Farbwelt besteht aus natürlichen und modernen Farben. Beige wird in aktuellen Trendberichten als das neue Grau bezeichnet. Der Ton zieht sich durch die gesamte Applikation und dient als Wiedererkennungsmerkmal.
Ergänzt wird der Beigeverlauf mittels Abstufungen bis ins Rot sowie durch zwei Grautöne. Zwei Petrolfarben dienen den positiven Akzentuierungen.
Als Font kommt die Adelle Sans zum Einsatz. Die Wohlfühl-Schrift strahlt eine enorme Sachlichkeit aus und ist aufgrund ihrer sieben Schnitte äußerst variabel.
Das Icon-Design ist auf das Zusammenspiel mit Beschriftungen ausgerichtet. Die flachen Symbole garantieren vielfältige Einsatzmöglichkeiten und fügen sich durch Ihre Rundungen perfekt in das weiche Auftreten der App.
Die Conevi-Designsprache

Prototyp

Nach einer ausgiebigen Recherchephase und dem Ausarbeiten von vier Personas konnte ich mich nun auf den Gestaltungsprozess konzentrieren. Anfäglich entstanden einige Wireframes. Die skizzenartigen Entwürfe arbeitete ich nach und nach aus. Bis zur finalen Abgabe im Januar 2022 umfasste der klickbare Prototyp der App knapp 200 Bildschirme. Nachfolgend werden einige Funktionen mithilfe von Videos verdeutlicht.

Intro

Nach erstmaliger Installation der App startet eine Einführung. Dort können viele verschiedene Einstellungen und Personalisierungen vor der Nutzung getroffen werden.
Ein wichtiges Element der App bildet die Auswahl unterschiedlicher privater als auch öffentlicher Verkehrsmittel zur optimalen Reiseauskunft. Des Weiteren besteht schon im Intro die Möglichkeit, die Spendenfunktion für nachhaltige Verkehrsprojekte und „Gemeinsam Reisen“ zu aktivieren.

Auskunft

Die Verbindungsauskunft ist das Herzstück der Applikation. Von hier können aktuelle Routen geplant und gebucht werden. Bei den Vorschlägen werden zudem Dauer- und Rabattkarten berücksichtigt, um die günstigsten und effizientesten Routen zu erhalten. Außerdem wird man an aktuelle Abfahrtszeiten oder Umstiege erinnert.

Nachrichten

Der In-App-Messenger beherbergt die Funktionen zum „Gemeinsam Reisen“. Erkennt die App Personen mit identischen Routen, schlägt sie den Nutzer*innen Fahrgemeinschaften vor. Nach beidseitigem Einverständnis können diese per Chat in Kontakt treten.
Betreten zwei Befreundete den Zug, werden diese benachrichtigt und können sich mithilfe der Nachrichtenfunktion im Zug aufspüren.

Reisepläne

Gespeicherte Verbindungen oder Züge können im dritten Reiter der App aufgerufen werden. Zudem lassen sich Nahverkehrstickets, welche nur zum direkten Fahrtantritt gültig sind, speichern und später mit einem Klick buchen.
Eine Weckfunktion ermöglicht stressfreie Nickerchen im Zug und kann individuell eingestellt werden.

Profil

Hier können Nutzer*innen ihre persönlichen Einstellungen verwalten und Dauerkarten hinzufügen. Durch große Opt-in/-out-Schaltflächen können die Spendenfunktion sowie das „Gemeinsame Reisen“ schnell de- oder aktiviert werden.